Die Nebel lichten sich – drei Wochen vor dem Landesparteitag, bei dem die Wahl eines neuen Landesvorstands ansteht: Nachdem die beiden MdBs Fabian Jacobi und Christian Zaum ihre Kandidatur als Oppositionskandidaten bekanntgaben sowie ihren Wunsch, der NRW-AfD eine Doppelspitze zu verordnen und der bereits angezeigten erneuten Kandidatur des bisherigen Landessprechers Dr. Martin Vincentz, outet sich nun Sascha Lensing aus Duisburg (Erklärung Lensings zu seiner Bewerbung siehe unten).
Schaut man sich die Ausführungen Lensings näher an, ergeben sich mehr als Zweifel an seiner Eignung:
So weist er Dr.Martin Vincentz zu, eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben zu haben, indem eine wachsende NRW-AfD unter dessen Führung politisch sichtbarer und wahlstrategisch erfolgreicher geworden sei mit starken Bundestagsergebnissen und fantastischen kommunalen Zugewinnen bei den Kommunalwahlen in NRW.
Hier muss man sich fragen: Weiß Herr Lensing nicht, dass die von ihm beschriebenen Erfolge nicht auf das Wirken des aktuellen Landessprechers zurückzuführen sind, sondern auf die bundesweite Entwicklung, gefördert durch die miserablen Folgen der Altparteienpolitik, der krachend gescheiterten Anti-AfD Demonstrationen und der nun täglichen Präsenz der AfD selbst in den öffentlichen Medien?
Außerhalb des Mitgliederkreises der NRW-AfD ist Herr Dr. Vincentz sicherlich beim WDR, Frau Julia Rathcke von der Rheinischen Post und anderen Spezialisten bekannt, kaum aber in der Wählerschaft.
Oder weiß er es doch? Wenn ja: Warum schreibt er dann sowas?
Sodann bekennt sich Herr Lensing zu Herrn Dr. Vincentz, was alles andere als eine Empfehlung ist, Herrn Lensing in den Landesvorstand zu wählen:
Zwar kommt Herr Dr. Vincentz, wie man hier am Niederrhein schon mal sagt, „gut vonne Worte“, als Führungskraft aber muss man ihm Versagen bescheinigen: In Treue fest umgibt er sich mit zweifelhaften Leuten, grenzt dafür große Teile anderer Strömungen in der NRW-AfD aus und hat außergewöhnlich zahlreiche Parteiausschlussverfahren gegen verdiente AfD-Mitglieder betrieben oder auch nur mit seiner Stimme unterstützt. Führungsstärke sieht anders aus; sowas braucht die NRW-AfD nicht noch mal.
Aufschlussreich auch Lensings Aussagen zur Einzel- versus Doppelspitze:
War es noch bis vor wenigen Wochen für die Vincentz-Fraktion eine klare Sache, dass sie mit der ihr sicher geglaubten Mehrheit bestimmt, wo es langgeht, sind jetzt wohl schon Zweifel aufgekommen. Die Doppelspitze wurde von dem Konkurrenzduo Jacobi/Zaum ins Spiel gebracht. Herr Lensing, wohl kaum unabgesprochen mit Herrn Dr. Vinzenz, bezieht nunmehr schon eine Doppelspitze in seine Überlegungen mit ein. Dabei dürfte klar sein, dass, wenn der Landesparteitag schon eine Doppelspitze beschließen würde, dann wohl auch die Verfechter dieser Doppelspitze gewählt würden. Das Duo Dr. Vincentz/Lensing wäre es nicht.
Schaue ich mir die aktuell gewählten Delegierten aus dem Kreis Kleve für den Landesparteitag an, bezweifele ich Stand heute, dass diese ihrer Verantwortung in der gebotenen Weise gerecht werden; deshalb auch dieser Beitrag.
Doch es ist nie zu spät. Es soll vorgekommen sein, dass aus einem Saulus ein Paulus geworden ist.
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Ankündigung Kandidatur MdB Sascha Lensing zum Landesvorstand der AfD NRW:

Liebe Freunde, liebe Mitglieder, liebe Unterstützer,
ich trete auf dem kommenden Landesparteitag der AfD NRW als Kandidat für das Amt des stellvertretenden Landessprechers an.
Ich tue das mit Überzeugung und mit großem Respekt vor dem, was unser Landesverband in den letzten Jahren erreicht hat. Gerade wir hier im Ruhrgebiet wissen, was Aufbauarbeit bedeutet. Schritt für Schritt. Gegen Widerstände. Mit klarer Haltung.
Die AfD NRW hat unter der Führung von Martin Vincentz eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben: organisatorisch stabiler, politisch sichtbarer, wahlstrategisch erfolgreicher. Starke Bundestagsergebnisse, phantastische kommunale Zugewinne bei den Kommunalwahlen in NRW und eine Partei, die wieder wächst und wirkt.
Ein Teil dieser Aufbauarbeit war der Mitgliederbereich, für den ich federführend Verantwortung übernehmen durfte. Unsere Mitgliederzahlen haben sich mehr als verdoppelt. Hinter jeder Aufnahme steht ein Mensch, der Verantwortung übernehmen will. Das bewegt mich und das verpflichtet mich.
Dieser Erfolg ist aber vor allem Teamarbeit, deshalb gilt mein ausdrücklicher Dank den Mitarbeitern in der Landesgeschäftsstelle, den Kreissprechern und den Verantwortlichen für die Mitgliederaufnahme vor Ort, die mit großem Einsatz und persönlicher Betreuung diesen Zuwachs erst möglich gemacht haben.
NRW ist der größte Landesverband. Daraus entsteht nicht nur Stärke, sondern auch besondere Verantwortung für Richtung, Geschlossenheit und Schlagkraft unserer Partei insgesamt.
Dafür will ich arbeiten: nah an der Basis, klar im Kurs, mit Herz und Einsatz.
Ich sage auch offen: Ich bevorzuge eine klare Einzelspitze und unterstütze unseren Landessprecher Dr. Martin Vincentz zu 100%.
Sollte der Parteitag und die 500 Delegierten in NRW jedoch die Einführung einer Doppelspitze beschließen, werde ich gemeinsam mit Dr. Martin Vincentz als Doppelspitze kandidieren und Verantwortung an seiner Seite übernehmen.
Ich bitte Euch um Vertrauen und Unterstützung.
Für unseren Landesverband.
Für unseren Weg.
Für NRW.
Für Deutschland.
Euer
Sascha Lensing